Rueckweg 2. Etappe

22. Oktober 2008

Zurueck im Berufsalltag, hatten wir wieder so viel um die Ohren, dass wir erst jetzt dazu kommen, ueber Aphrodites Heimreise zur Teerhofinsel in Luebeck zu schreiben. Wir konnten Ende Juli 2 Wochen Urlaub nehmen. Daniel fand mit Muehe im Internet einen Trailer-Verleih mit Trailern fuer Boote bis 3,5 Tonnen und 1,6 m Tiefgang. Noch schwieriger war es, ein entsprechendes Zugfahrzeug zu mieten, denn wohlweislich haben die meisten Vermieter keine Fahrzeuge mit Anhaengerkupplung im Programm. Daniel machte einen Jeep Cherokee ausfindig. Jeep und Trailer waren beide aus dem Koelner Raum. Wir holten sie dort an einem Freitag abend ab und fuhren non-stop nach Cadiz. Das dauerte ca. 33 Stunden. In Sevilla fragte Daniel, ob wir eigentlich den Schluessel fuer Aphrodite dabei haetten. Ups, hatten wir nicht… Samstag Abend kamen wir in Cadiz an und steckten prompt in der Altstadt von Santa Maria in einem Stadtfest fest. Eva musste die Leute auf der Gegenspur bitten, ein bisschen zurueckzufahren, damit wir mit dem Gespann um die engen Ecken kamen. Eins war klar - wir mussten mit Aphrodite auf dem Haenger einen anderen Weg aus der Stadt heraus finden! Der Versuch, die Marineros zu ueberreden, Aphrodite am Sonntag zu kranen, scheiterte. So verbrachten wir einen Tag am Strand bei blauem Himmel und ziemlicher Hitze. Damit hatten wir nicht gerechnet und leider keine Badesachen dabei. Aber es tat uns auch so gut, endlich wieder in Spanien! Morgens goennten wir uns den typischen Cafe con leche, abends sassen wir mit einem Wein auf der Hafenmauer.

Gespann Aphrodite

Am Montag mussten wir Aphrodite aufbrechen, nuetzte ja nichts. Im Boot erwartete uns eine kleine Ueberraschung. Im Kuehlschrank und einem Schapp waren einige Weissblech-Getraenkedosen geplatzt und ca. 5 Liter suesslich-faulige Bruehe waren das Ergebnis. Weissblechdosen sind nix fuer Langfahrt in heissen Gegenden. Das hatten wir schon von Freunden gehoert, die erzaehlten, dass sie an einem leisen Zischen aus der Bilge davon informiert wurden, dass ihre Dosen nicht mehr in Topform waren. Wir legten mit Hilfe eines Kranes schnell den Mast, dann kam der Travellift um Aphrodite auf den Trailer zu setzten. Das ging dann nicht mehr so einfach wie gedacht. Aphrodites Rumpf ist so schlank und hoch, dass die Stuetzen des Trailers zu kurz waren. Wir mussten die Stuetzen mehr in die Mitte umbauen, was einiges an Schrauberei bedeutete. Wir haben etwa 3 Stunden herumgefrickelt, bis alles passte.

Aphrodite Trailer

Die Spanier waren super nett, machten keinen Druck, weil wir ja so lange den Travellift besetzten, sondern halfen mit Werkzeug aus und schraubten mit. Wir witterten schon die Siesta, aber auch die liess man fuer uns ausfallen, so dass Aphrodite am Nachmittag schliesslich gut auf dem Trailer stand. Wir duschten im Yachthafen und dann nichts wie los. Schon nach den ersten paar hundert Metern mussten wir aber anhalten. Durch das Losfahren hatte sich Aphrodite ein bisschen mehr nach vorne bewegt und die Gurte mussten nachgezogen werden, ausserdem war die linke hintere Stuetze etwas heruntergekommen und musste wieder festgezogen werden. Ohje, wir fuehlten uns ganz schoen mulmig und waren noch nicht ueberzeugt, dass wir problemlos 3000 km mit dem Gespann nach Luebeck kommen wuerden. Nun mussten wir uns aber erstmal zur Autobahn duchschlagen ohne wieder in der engen Altstadt zu versacken. Der Jeep hatte ein Navi und wir hofften, durch die groesseren Strassen gefuehrt zu werden. Pustekuchen….es ging wieder mitten in die Altstadt hinein. Wir konnten nicht abbiegen, alles zu eng(15,5m Gespannlaenge), und fuhren einfach geradeaus weiter, dort sollten die Strassen laut Stadtplan groesser werden. Erstmal aber ging es eine enge steile Kopfsteinpflasterstrasse hoch, die so eng war, dass jemand noch seinen geparkten Roller fuer uns aus dem Weg raeumen musste. Zu unserem Schrecken hatte die Strasse oben Absperrungen, so dass wir nicht auf die groessere Strasse durchfahren konnten. Ohje, was jetzt?! Eva stieg aus und begutachtete die Strasse, die nach rechts abbog, derweil wartete hinter uns schon eine mittelgrosse Autoschlange. Die Strasse nach rechts war gerade breit genug fuer uns und muendete in die groessere Strasse, die wir dann erleichtert erreichten. Auf dem weiteren Weg beaeugten wir immer wieder misstrauisch Aphrodites Bug, der hinter uns aufragte. Die linke hintere Stuetze musste etwa alle 200 km nachgezogen werden, aber ansonsten war alles fest. So richtig entspannt waren wir auf der ganzen Fahrt nicht. Vor allem die Berge herunter nach San Sebastian waren noch eine Zitterpartie, ausserdem zuckten wir bei jedem Schlagloch innerlich zusammen. Die Fahrt durch den Autobahnen-Dschungel von Paris fanden wir ziemlich aufregend - wer faehrt sein Segelboot schon am Eiffelturm spazieren?! Nach fast 50 Stunden Non-Stop-Fahrt (abgesehen von Pinkel-und Tankstopps) erreichten wir erleichtert die Teerhofinsel in Luebeck, von der wir vor ueber einem Jahr mit Aphrodite aufgebrochen waren.

Aphrodite und Venga

Seitdem hatten wir schon wieder einige schoene Segeltage auf der Luebecker Bucht - es fuehlt sich gut an, unsere “Kurze” wieder zu Hause zu haben!

Aphrodite Stena

Aphrodite HL Bucht

Hiermit endet unser Logbuch fuers erste. Wir hoffen ab 2010 ueber die ersten kleinen Toerns mit MS Venga berrichten zu koennen. Bis dahin freuen wir uns durch die Logbuecher unserer Freunde auf Langfahrt auch zu Hause ein wenig unterwegs zu sein.

Eva&Daniel SY Aphrodite

Rueckweg 1. Etappe

16. Juni 2008

Wir sassen im Maerz in Las Palmas und waren ob der starken Winde ein bisschen ratlos, wie wir Aphrodite zurueck ans Festland bekommen sollten. Am 1. April sollte ja der neue Job beginnen. Die Idee, sie als Decksfracht auf einem Container-Schiff zu transportieren, erwies sich als viel zu teuer. Ausserdem braucht man einen Schweisser, der einen Transportbock auf einen Container schweisst, dann eine Spedition, die das Boot im Container zum Frachter bringt und in Hamburg das Ganze umgekehrt nochmal. Ausserdem haette man einen Agenten fuer den Papierkram engagieren muessen. Alles in allem ein riesiger Logistik-Aufwand. War aber mal interessant, sich damit auseinanderzusetzen!

Also brauchten wir einen anderen Plan. Das Unternehmen fuer Yachtueberfuehrungen HPO-Sailing (www.hpo-sailing.de) sagte zu, Aphrodite fuer uns nach Cadiz zu ueberfuehren. Skipper Hannes und ein Mitsegler haben Aphrodite dann im Mai nach Cadiz gesegelt. Das Wetter hat mitgespielt und bis auf den ein oder anderen Kampf mit dem Petroleum-Kocher war es eine schoene Ueberfahrt. Mit dem Petroleumkocher hat man eben schnell ein persoenliches Verhaeltnis - so oder so… Wir danken Peter Odermatt und Hannes fuer die nette Zusammenarbeit, die uns richtig Spass gemacht hat, auch wenn wir nicht persoenlich dabei sein konnten.
Ueber die 2. Etappe von Aphrodites Rueckweg berichten wir bald. Solange vergnuegen wir uns mit den Arbeiten an Venga, dem Stahlmonstrum, und segeln fleissig Mittwochs-Regatten auf der Ostsee.

Nach der Reise ist vor der Reise

21. März 2008

Nun ist es soweit, morgen geht unser Flug nach Deutschland - one way.

Surfer Las Palmas 3 jpg

Wir haben in den letzten Tagen noch die Sonne Gran Canarias genossen und die Wellenreiter an der Playa de las Canteras bestaunt.

Surfer Las Palmas 2 jpg

Surfer Las Palmas 1

Aber vorrangig waren unsere Tage damit ausgefuellt, unseren und Aphrodites Heimweg zu organisieren. Aphrodite bleibt noch eine Weile auf Gran Canaria, ueber ihren Heimweg berichten wir spaeter. Von dem Jahr Auszeit moechten wir keinen Tag missen, keinen der schoenen und auch keinen der anstrengenden Tage. Schade finden wir es schon, das wir nicht bis in die Karibik gefahren sind. Wir haben viel ueber uns und das Segeln gelernt, nette Menschen kennengelernt (die wir jetzt schon vermissen, aber hoffentlich wiedersehen werden!) und fahren mit neuen Ideen, Traeumen und Plaenen nach Hause. Es erwartet uns keine Leere nach der Auszeit und trotzdem wir natuerlich gerade ein bisschen sentimental werden, freuen wir uns, nach Deutschland zurueckzukehren. Wie schon gesagt - nach der Reise ist vor der Reise!

In Las Palmas

10. März 2008

Seit 2 Wochen sind wir nun in Las Palmas. Im Vorhafen bestaunen wir das Regatta-Training des hier ansaessigen Lateiner-Segler-Clubs.

Lateiner Regatta

Lateiner Wende

Lateiner Downwind

Draussen sind Wind und Welle auch in den naechsten Tagen noch so angesagt, dass an ein Weitersegeln nicht zu denken ist. Also geniessen wir das Hafenleben und warten unsere Aphrodite. Wir geniessen es, mit den Seglern um uns herum in’s Gespraech zu kommen. Zum Beispiel mit Nick aus Australien, der mit einer Contessa 26 nach Australien segeln will.

Nick Contessa Las Palmas

Das ist das gleiche Boot, mit dem Tania Aebi in den 80er-Jahren die Welt umsegelt hat. Wir werden sehr gespannt seine Homepage verfolgen - www.bigoceans.com - und wuenschen ihm eine sichere Reise an’s andere Ende der Welt. Gestern sind wir einfach ein paar Stunden segeln gegangen. Einmal kurz durchschaukeln lassen und wieder zurueck in den Hafen. Das tat gut! Wir druecken Leena und Christian zu Hause an der Ostsee die Daumen, dass sie Mast und Motor Ihrer Molinaris bis Anfang Mai problemlos ersetzt haben (siehe Links)!

Zurueck in der Sonne

26. Februar 2008

Wir sind endlich wieder auf den Kanarischen Inseln und zurueck in unserem kleinen Zuhause. Die fast 4 Wochen in Deutschland waren voller Organisation, aber es hat sich gelohnt. Wir haben beide ab April eine Stelle in Neustadt in Holstein und haben den Stahl-Kasko vom Ammersee auf die Teerhofinsel in Luebeck transportieren lassen.

Werner beim Kranen

Vielen Dank sagen wir an dieser Stelle Werner, der uns schweren Herzens sein Kasko verkauft hat und ihn sicher auf den LKW der Firma Faltus und Bantje verfrachtet hat.

Venga im Dorf

Danke auch an Stephan und Achim fuer den sicheren Transport und Danke an die Nord-Ost-Marina und Yachtbau Kraemer fuer das problemlose Abladen.

Venga Schwertransport

Wir waren sowohl beim Aufladen als auch beim Abladen vor Ort. Es war beeindruckend, wie das Riesenschiff beim Aufladen zunaechst ueber ein Haus gekrant werden musste.

Venga schwebt

Ausserdem ist der Kasko einfach schoen. Wir sind ganz begeistert!

stolze Eignerin

Die Eignerin muss sich noch an die ungewohnte Freibordhoehe gewoehnen.

ungewohnte Freibordhöhe

Jetzt haben wir auch Lust und nicht nur Frust, dass sich die Reise dem Ende naehert, denn uns erwartet das naechste Projekt. Auf die Arbeit in Neustadt freuen wir uns nach der langen arbeitsfreien Zeit auch. Schoen, dass wir wieder nach Hause in die Luebecker Bucht kommen koennen. Vorgestern sind wir dann wieder in der Sonne Gran Canarias gelandet. Aphrodite lag so friedlich und sicher am Steg, wie wir sie verlassen hatten. Zwar waren wir nachts geflogen und einigermassen muede, aber der Wetterbericht sagte nur fuer diesen Tag noch segelbare Bedingungen vorher. Danach wuerde es mindestens eine Woche zu stark pusten. Also sind wir sofort zum Hafenmeister zum Bezahlen gegangen, noch schnell in den Supermarkt gesprungen und dann Leinen los und ab! Angesagt waren 4-5 Bft, in Boeen 6, aus Nordost. Aber wie die Kanaren das so an sich haben, hatten wir erstmal leichte Suedwinde bis wir zur Acceleration-Zone kurz hinter Maspalomas kamen. Schon von weitem zeigte eine Linie mit Schaumkronen an, dass der Wind sich gleich aendern wuerde. Und so war es. Es blies mit 6 Bft, in Boeen 7, aus Nordost. Wir zogen das dritte Reff ein und bolzten gen Osten. Eigentlich hatten wir vorgehabt, bis Fuerteventura zu segeln. Aber wir kamen nur sehr langsam voran, so dass wir entschieden, Las Palmas im Norden von Gran Canaria anzulaufen. Zwar wurden Wind und Welle nach ein paar Meilen weniger, aber wir mussten uns doch sehr anstrengen, gegen Wind und Strom die letzten laeppischen 15 Meilen nach Las Palmas zu schaffen. Hat nur 6 Stunden gedauert… ;-) Nach insgesamt 16 Stunden waren wir mal wieder so richtig echt gesegelt und liessen todmuede den Anker im Vorhafen von Las Palmas fallen. Was kann man toll schlafen auf Aphrodite, super!!!

Koelle alaaf!

7. Februar 2008

Karneval Köln

So kann’s gehen - ploetzlich finden wir uns im Koelner Karneval wieder. Weiberfastnacht, um genau zu sein!

Hund als Drachen

Wenn man das jetzt so liest, kommt das wahrscheinlich sehr ploetzlich, ist aber das Resultat eines Prozesses, der auf Lanzarote im November begonnen hat. Nachdem wir die meisten der Kanarischen Inseln besucht hatten und wir uns nach und nach von anderen Crews verabschieden mussten ohne selbst hinterherzusegeln, waren wir an dem Punkt angelangt, an dem wir Lust hatten, unsere Rueckkehr zu planen. Wir haben diese Reise sehr genossen und viel gelernt. Es soll unsere erste Reise sein und nicht unsere letzte, wann auch immer und wie auch immer diese sein wird. Wir haben auch gemerkt, dass wir nach Deutschland zurueckkommen, aber nicht einfach an das Leben “davor” anknuepfen moechten. Und so ist es gekommen, dass Daniel letzten Montag nach Muenchen geflogen ist um eine Feltz-IV-Skorpion-Stahlkasko zu kaufen. In den naechsten Jahren wollen wir sie stueckweise ausbauen lassen (!) und moeglichst schnell aber schon darauf wohnen. Weil wir eine Einladung zu einem Vorstellungsgespraech hatten, ist Eva letzten Mittwoch von Gran Canaria nach Koeln geflogen. Da haben wir uns bei Daniels Mutter getroffen, mitten im Karneval eben. Genaueres dazu koennen wir noch nicht schreiben. Wo wir schonmal in Deutschland waren, sind wir richtig unterwegs gewesen und haben ganz viele Leute besucht - Svea und Glenn, bei denen unsere Moebel auf dem Dachboden stehen, Marleen und Christian, die im Mai selber Segel setzen werden und gerade im Endspurt sind, Claudi und Martin in Hamburg und natuerlich unsere Familien. Am 29. Januar wurde Evas Neffe Jan Frederik in Hannover geboren. War das gut getimed, wir konnten ihn gleich kennenlernen! Der Kleine ist ein echter Wonneproppen! Jetzt gilt es noch, den Transport der Kasko an die Ostsee zu organisieren, dann fliegen wir zurueck zu Aphrodite und segeln nach Norden.

Sommerurlaub im Winter

22. Januar 2008

Eine Woche ist es her, dass wir uns einen faulen Tag in Playa del Ingles machen wollten. Wir hatten einen klasse Tag, aber keinen allzu faulen. Zwischen Playa del Ingles und Maspalomas streckt sich ein kilometerweites Duenenfeld. Dieses liegt genau am Suedostzipfel Gran Canarias und somit in der “acceleration-zone”, in der der Wind durch die hohen Berge um bis zu 15 Knoten staerker blaest als sonst allgemein. Uns flog also der Sand mit ca. 6 Windstaerken um die Ohren. Wir liefen am Strand und quer durch die Duenen, bewunderten Wellen, Gischt und weissen Sand. Die Duenen sind so hoch, dass man in den Duenentaelern nichts anderes als Sand sieht und sich fuehlt, wie in der Sahara (ja, wir wissen, der Saharasand ist rot, aber trotzdem….).
Die letzten Tage gingen wir mit Evas Eltern gemeinsam auf weitere Wanderungen, die beiden unternahmen sogar noch einige Wanderungen mehr. Wir umrundeten dafuer die Insel mit dem Mietwagen und besuchten nochmal die “Akka” und die “Luigi Presto” in Las Palmas.

Las Palmas

Doctor Chil Eva

Las Palmas Platz

Jetzt jede Wanderung einzeln zu beschreiben, waere bestimmt ein gutes Schlafmittel.

1 Wanderung Gran Canaria

Eva 1 Wanderung

farbige Felsen Gran Canaria

Also nur soviel - am Roque Nublo ist es toll, der Strand Güi Güi ist klasse und das Dorf Fataga mit seinen kleinen weissen Haeusern und den engen Gassen ist unser Lieblingsdorf auf Gran Canaria.
Vor 3 Tagen drehte der Wind aufgrund eines Tiefs weiter im Westen auf Suedost und legte auf 5 - 6 Windstaerken zu. Puerto de Mogan liegt normalerweise so schoen im Windschatten, aber durch den Dreher Richtung Sued wehte der Wind, verstaerkt durch die Steilkueste, hier ganz ordentlich. Gleichzeitig wurde die Sicht immer schlechter. Wenn es nicht total trocken gewesen waere, haette man meinen koennen, wir haetten Nebel. Aber bei 40 Prozent Luftfeuchtigkeit geht das wohl nicht. Wir denken, dass wir Sand aus der Sahara in der Luft hatten, denn es wurde auch ploetzlich 4 Grad waermer. Nach ein paar Stunden war alles von einer Staubschicht bedeckt. Wir fluechteten zu viert im Mietwagen an die Nordwestseite der Insel in den Windschatten. Dort gibt es 2 Staedtchen mit Strand, die noch nicht komplett von Touristen geentert wurden. San Nicolas ist ein winziger Hafen nur fuer ein paar Fischer. Von da fuhren wir an der extrem hohen Steilkueste nach Agaete. Dort gab es einen schwarzen Sand-Stein-Strand, der kaum bevoelkert ist. Den ganzen Nachmittag liessen wir mit Picknick, schnorcheln und sonnen so richtig schoen die Seele baumeln. Leider war durch den Staub in der Luft die Sicht auf die enorme Steilkueste nicht mehr ganz so toll wie an dem Tag, als wir ohne Evas Eltern die Insel umfahren hatten. Von Teneriffa war garnichts mehr zu sehen, obwohl es ein wolkenfreier Tag war. Aber auch so haben wir es sehr genossen.
Gestern haben Evas Eltern ihre Starkwindtaufe erhalten. Evas Mutter hatte schon ein paar Tage vorher gesagt, dass sie gerne mal bei richtig viel Wind segeln wuerde. Wir sagten deutlich, dass es sehr nass und ungemuetlich werden wuerde, wenn wir in diese 6 Windstaerken hinaussegeln wuerden. Wir gingen nochmal alle zusammen auf die Mole um auf die Wellen zu gucken. Die Wellen waren nur 1 m hoch, weiter draussen vielleicht 1,5 m - also ungefaehrlich, aber es wuerde vermutlich eben sehr nasses Segeln bei viel Schraeglage geben. Die beiden waren aber immer noch hochmotiviert und also haben wir Rettungswesten verteilt und los ging’s mit dem Grosssegel im 2. Reff und Sturmfock. Sofort lagen wir “auf der Backe” und schoepften den ein oder anderen Liter Wasser. Aber wir waren ziemlich schnell, haben mal eben unseren Stegnachbarn versegelt und hatten alle vier Spass. Evas Eltern hatten keine Angst, Hut ab! Nach einer Stunde war uns trotz praller Sonne allerdings kalt genug und wir sind wieder zurueck nach Puerto de Mogan gefahren. Heisse Dusche, Kaffee, Mittagessen und wir waren alle vier hoch zufrieden!
Heute ist schon der letzte Urlaubstag fuer Evas Eltern. Wir werden deshalb heute abend zum Buffet im Hotel eingeladen, mmmmmh! Wir hungern schon ein bisschen :-)

Puerto de Mogan

16. Januar 2008

Am 9. Januar haben wir abends Puerto de Mogan auf Gran Canaria erreicht.

Gran Canaria

Einen Fisch haben wir leider wieder nicht gefangen, dafuer aber einer grossen Gruppe Delphine beim Jagen zusehen duerfen. Ca. 40 bis 50 Tiere haben in einer Reihe von 200 m Laenge Fische vor sich zusammengetrieben. Ein tolles Schauspiel. Vor Teneriffa hatten wir am Vortag Pilotwale richtig dicht vor dem Bug gesehen. Also wollen wir uns nicht beschweren, dass wir nicht auch noch einen Fisch gefangen haben! Abends haben wir, wie geplant, den Sekt gekoepft und Wiedersehen mit Evas Eltern gefeiert. Wir wohnen quasi Haustuer an Haustuer, denn die beiden haben ein Appartment direkt beim Yachthafen.

Am Donnerstag den 10. Januar sind wir vor den Touristenmassen gefluechtet und zu einer einsamen Badebucht motort, haben geschnorchelt und gemuetlich Kaffee getrunken. Zurueck reichte der Wind sogar zum Segeln. Evas Eltern konnten auf dem Vordeck sitzend den Sonnenuntergang geniessen mit Blick auf den Teide. So haben wir uns das vorgestellt.

Am Freitag wurde Eva 35 Jahre alt, ohje… Wir machten eine schoene Wanderung und abends gab es von Daniel in Olivenoel gebratene Riesengarnelen, dazu lanzarotinischen Rotwein direkt vom Weingut. Garnicht so schlimm, 35 zu werden!

Am Wochenende haben wir die “Akka” mit Andrea und Andreas in Las Palmas besucht. Die “Luigi Presto” mit Anneloes und Luuk lag einen Steg weiter. Es tat richtig gut, die vier wiederzusehen! Der Abschied von unseren Freunden auf Gomera fiel richtig schwer. Da ist es umso schoener zu wissen, dass wir die Akka und die Luigi Presto in naher Zukunft nochmal treffen werden.

Gestern haben wir unser gegeneitiges Weihnachtsgeschenk eingeloest und sind tauchen gegangen. Nach Lanzarote sind wir ja ziemlich verwoehnt, aber ein Touristen-U-Boot ca. 5 Meter vor uns hatten wir noch nicht erlebt. Wir sind zu einem Wrack eines 40-m-Fischerbootes getaucht. Sean, unser Tauchguide hatte uns schon darauf hingewiesen, dass das U-Boot vorbeikommen koennte. Man wuerde seine Schrauben lange vorher hoeren. Wir sollten uns dann zum Deck des Wracks begeben wo das U-Boot nicht drueberfahren wuerde. Genauso war es, beeindruckend! Auf wievielen Reisfotos bleiben wir jetzt fuer die Nachwelt erhalten? Die Fische waren auch toll - riesige Trompetenfische, ein Engelhai, ein Stachelrochen, ein Drachenfisch, eine Moraene, mehrere Spinnenkrabben, grosse Barracudas und und und… Eine Sorte Barsch-aehnlicher Fische, die wir leider nicht genauer identifizieren konnten, hatte viele Nester in den Sandboden gebuddelt und begann mit dem Balzen. Schade, dass Tauchen nicht ganz billig ist! Heute haben wir wieder eine Wanderung gemacht.

Morgen werden wir aber einen ganz faulen Tag machen und an die Playa Ingles zum Baden und Sonnen fahren.

Unter den Sternen

9. Januar 2008

Gestern am fruehen Nachmittag sind wir aus Sansebastian ausgelaufen. Der Abschied fiel uns nicht leicht, denn wir haben wieder eine Insel sehr lieb gewonnen. Auch der Abschied von den Presents, Jurmos, Elsas und Sednas fiel uns nicht leicht. Viele von Ihnen werden wir erstmal fuer lange Zeit nicht wiedersehen. :-( Wir wurden mit grossem Bahnhof und Fanfarenstoss aus dem Hafen verabschiedet. So erging es uns haeufig auf unserer Reise. Man macht sich auf neue Dinge zu entdecken, muss aber andere liebgewonnene und vertraute zurücklassen.

Daniel Bug vor Teneriffa

Trotzdem fuehlte es sich gut an nach langer Zeit wieder auf See zu sein mit neuem Ziel. Wir wurden belohnt mit einem schoenen Segeltag und Pilotwalen, die Aphrodite kurz vor der Küste Teneriffas eine Weile begleiteten.

Pilotwale vor Teneriffa

Vor einer Stunde sind wir vor Los Christianos auf Teneriffa Ankerauf gegangen und segelmotoren unter den Sternen Richtung Gran Canaria. Die Luft ist total warm, 22 Grad, und wir freuen uns auf den Sonnenaufgang. Wir werden so gegen 18 Uhr in Puerto Mogan auf Gran Canaria ankommen. Der Sekt fuer die Begruessung von Evas Eltern ist schon kaltgestellt. Vielleicht fangen wir ja endlich mal wieder einen Fisch?!? Die Ausbeute der letzten 8 Monate stagniert bei 3 Makrelen und einem Dolphin-Fisch, schlimm…

Day-Sailing

7. Januar 2008

Vorgestern haben wir einen Tag Lustsegeln auf der Jurmo genossen. Auf der Jurmo war naemlich An- und Abreisetag. Das heisst, Paula musste nach Teneriffa zum Flugzeug gebracht werden und Peter wurde dafuer dort abgeholt. Wir waren eingeladen, mit der Jurmo von Gomera nach Teneriffa zu segeln und zurueck. Wir hatten auf der Hinfahrt richtig gut Wind, so dass wir Jurmo ein bisschen in Ihren Eigenschaften kennenlernen konnten. Auserdem haben wir 5 Finnwale gesehen, die herrlich gemaechlich ihre Bahn zogen. Vor Los Christianos fiel der Anker. Schnell wurde das Schlauchboot zu Wasser gelassen und Paula mit Sack und Pack an Land gerudert. Das Dingi war wunderbar ueberladen mit Paula samt Rucksack, Susanne mit Paulas riesiger Reisetasche und dann noch Jochen und Eva mit je einem Stechpaddel. Jochen ist mit zum Flughafen gefahren. Wir anderen drei hatten es derweil auf Jurmo richtig schwer - schwimmen, sonnen, Latte Macchiato trinken, Thunfisch-Baguettes verdruecken und Mittagschlaefchen halten. Peter und Jochen haben nach ihrer Ankunft auch noch ein Bad genommen und dann tuckerten wir gemuetlich in den Sonnenuntergang zurueck nach Gomera. Peter telefonierte nach Hause, dass er gut angekommen sei und hoerte, dass in Berlin minus 6 Grad und Blitzeis herrschten, unvorstellbar… Susanne und Jochen, wir danken Euch fuer den schoenen Segeltag! Gestern und heute sind wir damit beschaeftigt, Waesche zu waschen (mit der Hand, puh!), einzukaufen und Abschied zu feiern von der Present, der Jurmo, der Sedna und der Elsa. Denn morgen segeln wir nach Teneriffa, ankern dort und fahren uebermorgen, am 9. Januar, weiter nach Puerto Mogan auf Gran Canaria, wo wir uns mit Evas Eltern treffen werden. Wir freuen uns auf das Wiedersehen und auf die Entdeckung Gran Canarias.